Großes Kleinod in den schottischen Highlands: Tomatin

Eine wahrhaft großartige Destillerie ist seit 1897 in der Nähe von Inverness zu Hause: Tomatin steht seit jeher für qualitativ hochwertige Whiskies, aber auch für Quantität. In ihrer Glanzzeit in den siebziger Jahren liefen hier ununterbrochen 23 Pot Stills, womit Tomatin zur größten schottischen Malt Destillerie wurde, und erzeugten jedes Jahr über 12 Millionen Liter Alkohol. Es war die Hoch-Zeit des Blends und alle Whiskyhersteller griffen gerne auf den geschmackvollen Single Malt zurück, um die weltweit riesige Nachfrage nach Blended Whisky zu befriedigen. Doch auf jedes Hoch folgt ein Tief und für Tomatin war es 1985 ein besonders tiefer Fall.

Die Rettung nahte aus dem Osten und als erste schottische Brennerei ging Tomatin in japanische Hand über. Der Konzern Takara Shuzo und Okura, vorher bereits Anteilseigner, übernahmen auch die restlichen Anteile und nach und nach ging es wieder aufwärts mit Tomatin. Produziert wird mittlerweile nur noch mit 12 Stills, doch auch damit ist sie noch eine der größten Whiskybrennereien Schottlands. Ein Großteil der Produktion geht nach Japan und dient dort der Blend-Industrie, doch mittlerweile hat man sich auch sehr erfolgreich auf die Produktion erstklassiger Single Malts verlegt. Auch die japanische Übernahme änderte nichts am qualitativ hochwertigen Kurs der Brennerei. Der Konzern Takara hält sich vertrauensvoll im Hintergrund und überlässt dem schottischen Team vertrauensvoll die Herstellung des Whiskies.

Federführend in der Destillerie ist seit über 50 Jahren Master Destiller Douglas Campbell. Ihm  verdankt Tomatin auch eine außergewöhnliche neue Abfüllungen, den „Tomatin Decades“. Anlässlich seines 50-jährigen Betriebsjubiläums wählte Campbell Sherry und Bourbon-Fässer aus, in denen  der beste Whisky lagert, den Tomatin in den fünf Jahrzehnten seines Wirkens hervorgebracht hat. Diese Jahrgänge 1967 (Refill Sherry Hogsheads), 1976 (Oloroso Sherry Butts), 1984 (Refill Sherry Hogsheads), 1990 (First Fill Bourbon Barrels) und 2005 (First Fill Bourbon Barrels) ergeben zusammen einen runden, reifen Single Malt mit Aromen von reifen Früchten: Pfirsich, Apfel, Traube. Rosine gesellt sich hinzu, Anis, Zimt – es schmeckt ein wenig nach Weihnachten. Ein leicht nussiges Aroma schimmert durch. Ein gaumenschmeichelnder, würzig-süßer Whisky.

 

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Eine amerikanische Erfolgsgeschichte: Jim Beam

Zwei goldgelbe Grundpfeiler hat die amerikanische Whiskeyindustrie zu bieten, die als Bestseller weltweit in Sachen Verkaufszahlen ungeschlagen sind: Jack Daniels als Tennessee Whiskey und Jim Beam als Bourbon. Traditionelle amerikanische Namen – könnte man meinen. Doch die amerikanische Geschichte ist jung und die Traditionen und Erfolgsgeschichten des Landes gründen sich zu großen Teilen auf dem, was Gründerväter und Einwanderer aus ihren europäischen Ursprungsländern mitbrachten. So ist es nicht verwunderlich, dass der Vater eines Whiskeys, dessen Gründungsjahr mit 1795 angegeben wird, ursprünglich nicht Jim Beam, sondern Jakob Böhm hieß.

1770 kam der junge Johannes Jakob Böhm mit seiner deutschen Familie ins gelobte Land und versuchte sein Farmerglück in Maryland und später in Clermont, im Bourbon County in Kentucky. Er tat, was unter den Farmern damals üblich war und stellte aus den Resten seiner Getreideernte Whiskey her. Für den eigenen Gebrauch zunächst, doch ab 1795 auch zum Verkauf. Entsprechend seinem mittlerweile amerikanisierten Namen nannte er seinen Bourbon “Old Jake Beam Sour Mash”. Aus einem Fass wurden viele. Der Erfolg seines Whiskeys ließ sein kleines Unternehmen wachsen und das Brennen wurde schließlich zum Hauptberuf.

Der Sohn David übernahm die Destillerie 1820 und vergrößerte sie. Auch der Enkel David stieg in die Firma ein und aus vertriebspraktischen Überlegungen wurde sie 1856 ins Nelson County verlegt, um die direkte Anbindung an die dortige neue Eisenbahnverbindung nutzen zu können. Auch in der folgenden Zeit bleibt das erfolgreiche Whiskeyunternehmen in Familienhand. Die Prohibition stoppte zwischen 1919 und 1933 den Whiskeybetrieb, doch sofort nach deren Beendigung baute Familiensprössling James Beauregard Beam, kurz Jim genannt, in Clermont eine neue Brennerei auf. 70 Jahre alt war er bereits, doch er ließ es sich nicht nehmen, mit seinen eigenen Händen anzupacken. Nach nur 120 Tagen stand die Jim Beam Distillery und der Höhenflug der Erfolgsmarke begann erneut.

Heute gehört die Brennerei zum weltweiten Unternehmen Beam Global Spirits & Wine, Tochterfirma von Fortune Brands. Doch noch immer leitet ein Beam die Geschicke der Firma mit: Fred Booker Noe der Dritte ist seit 2005 als Brenner und Teilhaber dabei. Neben dem traditionellen Bourbon, weltweit die Nummer 1, und einigen besonderen Ausgaben wie zum Beispiel dem Black Label oder einem Roggenwhiskey, hat Jim Beam in jüngster Zeit mit seinem Red Stag ganz neue Maßstäbe gesetzt und ist zum Trendsetter für aromatisierten Whiskey geworden.

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