GlenDronach stellt um: Revival raus, The Hielan rein

glendronach HielanWenn eine neue Abfüllung von GlenDronach angekündigt wird, dann freuen sich alle Fans dieser Whiskymarke: Kaum eine andere Speyside Brennerei hat in den letzten Jahren so einen Zulauf an begeisterten Whiskyfans zu verzeichnen wie GlenDronach, nicht zuletzt begründet in der derzeitigen großen Begeisterung für Sherryfass gereifte Whiskys. Die Ankündigung des neuen 8jährigen The Hielan‘, der das Sortiment dauerhaft bereichern soll, sorgte aber neben aller Vorfreude auch für ein paar Tränen im Augenwinkel: Der beliebte 15 Jahre alte Revival wird stattdessen vom Markt verschwinden. Und auch der 21 Jahre alte Paliamant wird vermutlich künftig deutlich seltener zu erhalten sein.

The Hielan‘ aus Sherry- und Bourbonfässern

Der Glendronach 15 Jahre Revival reifte ausschließlich in Oloroso Sherryfässern heran und bietet eine beeindruckende Komplexität und vollmundige Aromen von Toffee, Schokolade und Trockenfrüchten. Kein Wunder, dass er so viele Fans hat. Die wird sich der The Hielan‘ (Hielan‘ steht übrigens für Highlands) erst noch erarbeiten müssen. Mit seinem relativ jungen Alter wird er es an satten, vollmundigen Aromen vermutlich nicht ganz mit dem Revival aufnehmen können, aber vielleicht ist es ja eine andere Vielschichtigkeit, die ihm seinen ganz eigenen Platz verschafft. Laut Master Blender Billy Walker ist der GlenDronach The Hielan sowohl aus Sherryfässern als auch aus Bourbonfässern komponiert. Wir dürfen auch andere fruchtige Aromen, Eichenoten und ein besondere Würzigkeit erwarten, jedenfalls wenn wir den offiziellen Tastingnotes vertrauen:

Farbe: Bernsteinfarben mit einem leichten Kupferglanz

Geruch: Duft nach Orangenblüten und Zitrone. Aromen von Sultaninen, sonnengetrockneten Rosinen und reifen gelben Pflaumen

Geschmack: Frische, kräftige Eichennoten. Aroma von Sultaninen setzt sich fort. Hinzu kommen Noten von Aprikosenmarmelade und Lebkuchen abgerundet von einem Hauch Karamell, Kakao und gerösteten Mandeln. Komplexer Charakter

Abgang: Klassische Sherrynoten in Kombination mit einer frischen Komponente

Sind wir einfach mal gespannt und warten ab, was der The Hielan‘ zu bieten hat. Bis ihr ihn im Glas haben könnt (Kammer-Kirsch importiert ihn jetzt nach Deutschland) solltet ihr euch noch schnell einen GlenDronach Revival  besorgen. Wie wäre es mit einem kleinen Abschiedsschluck?

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Pläne für Whisky Destillerie auf Raasay schreiten voran

Die Insel Raasay erstreckt sich zwischen der Hebrideninsel Skye und der schottischen Halbinsel Applecross. Nur rund 120 Menschen leben auf ihr; einige arbeiten im Fischfang, andere nehmen die Fähre nach Portree auf Skye um zur Arbeit zu kommen. Demnächst soll es elf Arbeitsplätze mehr direkt auf der Insel geben, wenn es nach den Plänen der R&B Distillers geht. Das Unternehmen hat nämlich vor, hier auf Raasay eine Whisky Brennerei zu bauen und die nötigen Anträge dafür eingereicht.

Dieses Jahr noch, so hofft der geschäftsführende Direktor Alasdair Day, könnten die nötigen Genehmigungen erteilt werden und dann steht der geplanten Eröffnung im Januar 2017 nichts im Weg. In die Planungen einbezogen werden neben der Brennerei auch ein Besucherzentrum und luxuriöse Unterkünfte. Das viktorianische Hotel Borodale House soll dafür renoviert und ausgebaut werden. Whisky-Tastings mit Blick auf die Cuillin Mountains auf Skye – das hätte schon was…. Nicht nur der Whisky selbst ist also im Fokus der R&B Distillers, sondern auch Einnahmen durch den Tourismus, der sich durch eine Whiskybrennerei auf der Insel schlagartig vervielfachen dürfte. Bisher kommen nur Wanderer und Naturfreunde hierher, die sich für die Pflanzen- und Vogelwelt auf Raasay interessieren.

Bis zu 150.000 Flaschen Whisky jährlich soll die Produktion der Raasay Destillerie betragen, nachdem 2020 das erste Batch herausgekommen ist – immer vorausgesetzt, die Pläne von Alasdair Day, der sich mit seinem Tweedsdale Whisky bereits im entsprechenden Spirituosenbereich engagiert, R&B Distillers 2014 gemeinsam mit Bill Dobbie gegründet hat, lassen sich im Zeitplan umgesetzt. Das hängt jetzt zunächst einmal vom Ergebnis der Studie ab, die in Auftrag gegeben wurde und in der es schwerpunktmäßig um das Vorkommen geschützter Tierarten auf dem zukünftigen Destilleriegelände geht.

Auf der Homepage von r&b Distillers kann man sich die -virtuelle- Brennerei schon einmal anschauen und über den geplanten leicht getroften Whisky informieren. Dort erfahren wir auch, dass die Bohrungen nach Wasser für die Brennerei bereits im April erfolgten. Und am September 2015, so wird dort angekündigt, lassen sich sogar schon Vorbestellungen tätigen.

Quellen: Scotsman und BBC

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Ardbeg Perpetuum erscheint am Ardbeg Day

Ardbeg PerpetuumAuch dieses Jahr präsentiert Ardbeg den Fans des rauchigen Islay Malts am Ardbeg Day wieder eine neue Abfüllung, wie es seit dem Start dieses alljährlichen „Feiertages“ war. Es begann 2012 mit dem Day, 2013 folgte der Ardbog und im vergangenen Jahr der Auriverdes. Dieses Jahr, in dem zusätzlich auch das 200-jährige Jubiläum der Brennerei gefeiert wird, startet am Ardbeg Day der Verkauf der limitierten Edition Ardbeg Perpetuum. Eine etwas hochprozentigere Version dieses Whiskys ist bereits seit einigen Wochen in der Brennerei als Distillery Release mit 49,2 % Vol. zu erwerben. „Unser“ Perpetuum wird mit 47,4% Vol. Alkohol abgefüllt.

Ardbeg Perpetuum wird in den deutschen Embassys präsentiert

Wie nicht anders erwartet erfolgt keine Altersangabe für den Perpetuum, wie wir es ja bereits von den bisherigen limited Editions gewöhnt sind. Auch Angaben dazu, wie viele Flaschen es von dem Single Malt geben wird, finden sich in der Pressemitteilung nicht. Wer sicher sein will, einen Perpetuum zu ergattern, muss sich als Ardbeg Committee Mitglied mit einem Ticket (leider bereits ausverkauft) aufmachen in eine Embassy, um dort sein Exemplar zu erwerben. Gefeiert wird in den Ardbeg Embassys in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln oder München. Vermutlich wird der Perpetuum aber auch im Fachhandel in die Regale und in Onlineshops kommen.

Über den Whisky selbst gibt die Pressemitteilung verhaltene Informationen. Sehr alte und junge Destillate hat man dafür gebatcht, sie haben zum Teil in Bourbonfässern und zum Teil in Sherryfässern gelagert. Das Ergebnis sei ein sehr rauhiger Whisky mit salzigen, schokoladigen und nussigen Noten und einem langen Nachklang.

Hier sind die offiziellen Tastingnotes für den Ardbeg Perpetuum:

Farbe: Tiefe Bernsteinfarbe

Aroma: Sanft, köstlich und verlockend, mit der unverwechselbaren ardbeggian Kombination aus Teer, Ruß und Kiefernharz.
Danach kommen Andeutungen von dunkler Schokolade, Toffeesirup, Kaffeesatz und eine entfernte nussige Note.
Ein bisschen Wasser fördert die frische, salzige Meeresbrise, ein bisschen Leinsamenöl und die Duftnote des unverkennbaren Ardbeg Charakters: Kiefernharz und Zitrusfrüchte. Ein unglaublich frisches Bukett für solch einen torfigen Whisky.

Mundgefühl: Die cremige Textur verteilt sich sanft im Gaumen.

Geschmack: Intensiver, robuster, rauchiger Torf; herzhafter geräucherter Speck, Zimt und Muskatnuss, aber auch eine unglaublich cremig-süße, vanillig-schokoladige Geschmacksnote, welche den Gaumen schmeichelt. Ein unendlich langer Abgang, mit ein bisschen Leinsamenöl, dank den Sherryfässern, ein kleinwenig Teeröl und Teer, sehr dezent und sanft.

Bild: Ardbeg/moet-hennessy

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Glas, Gläser, am gläsernsten?

GläserVerwirrt es Sie auch manchmal, wenn wieder neue Whiskygläser auftauchen, die als absolutes Non-Plus-Ultra angepriesen werden? Und immer gerade dann, wenn man gedacht hat, man hat begriffen, wie das perfekte Whiskyglas aussehen muss, um den perfekten Genuss zu bieten, liest man irgendwo in einem Forum oder einer Facebook-Gruppe genau das Gegenteil. Lassen Sie sich sagen: Das ist wie mit der Mode. Mal sind enge T-Shirts in und mal weite. Mancher von uns kann beide tragen und wirkt gut darin, mancher kommt in einem etwas weiter Kleidung einfach besser zur Geltung. Vorsichtig formuliert…. 🙂 Was will ich damit sagen? Auch bei Whiskygläsern gibt es kein Richtig und Falsch. Es kommt immer darauf an, für welchen Zweck ich das Glas benutzen möchte und was hinein kommt. Und manchmal macht es auch keinen wirklichen Unterschied und kann nach Lust und Laune entschieden werden. Schauen wir uns doch einmal an, was sich da so alles auf dem Markt der Whiskygläser tummelt:

Gläser mit Stil: Nosinggläser, Tastinggläser

Man kennt sie aus Tastings und von Whiskymessen: Die feinen, dünnwandigen Gläser mit dem hohen Stil, die schmal geschnitten sind einen kleinen Bauch haben, um darin den Whisky zu schwenken und sich die nach oben hin verjüngen, um die Aromen im Inneren zu halten. Bei manchen wölbt sich dann der Rand oben wieder leicht nach außen und soll so den Lippen einen besseren Ansatz erlauben. Es ist, wie der Name es verrät: Wenn man einen Whisky erforschen möchte, dann bieten diese Gläser den besten Rahmen dafür. Die Aromen können sich im weiten Raum des Glases entfalten, aber nicht allzu leicht nach oben entweichen. Der Stil macht das Führen und Bewegen des Glases leichter und sorgt für den nötigen Abstand der Hand zur Nase. Lachen Sie nicht – Ihr eigener Körpergeruch, parfümiert, knoblauchisiert oder nicht, kann ihre Sensorik beeinflussen.

Glencairngläser

Sie sind eine Abwandlung der Tastinggläser. Das Material ist etwas dicker und robuster, deshalb werden sie wohl auch in vielen Brennereien heute für die Besucherdrams genutzt. Auch sie laufen verjüngend zu und halten die Aromen zusammen, nachdem sie dem Whisky in ihrem Bäuchlein Platz zum Ausbreiten gewährt haben. Der dicke Fuß macht sie zu einer relativ standsicheren Angelegenheit und kann die Temperatur des Whiskys schön konstant halten – wenn man es will. Wer seinen Whisky lieber erwärmen möchte, kann das Glas sehr bequem in die Hand schmiegen.

Tumbler und Bechergläser

Nicht nur für die bekannten Bourbons mit Eiswürfeln darinnen sind Tumbler sehr geschickt. Zugegeben – um genügend Eiswürfen aufnehmen zu können und zu verhindern, dass die Handwärme den Drink zu schnell erhitzt und das Eis zum Schmelzen bringt, wurden vermutlich auch die weite und dicke Form erschaffen. Doch man kann durchaus auch einen Scotch aus solch einem Whiskytumbler genießen. Der Alkoholdampf, der manchem Näschen unangenehm ist, kann sich schnell verziehen und nicht immer möchte man ja auch lange und ausgiebig nosen. Da ist der breite, offene Luftkontakt ideal, um den Whisky schnell für den Genuss bereit zu machen. Haben Sie schon einmal in einer normalen schottischen Bar ein Nosingglas hingestellt bekommen?

Aber alle Theorie ist nicht so gut wie der Selbstversuch. Finden Sie heraus, woraus Ihnen der Whisky am besten schmeckt. Das kommt nicht nur auf den jeweiligen Whisky, sondern oft auch auf Ihre Tagesform und Stimmung an. Also: Am besten immer verschiedene Glasformen im Schrank haben!

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Ballindalloch Distillery offiziell eröffnet

Bereits einigen Monaten produziert die neue Brennerei in der Speyside genannt Ballindalloch Distillery, jetzt wurde sie auch ganz offiziell eröffnet: Charles und Camilla setzten der Feierlichkeit ein royales Krönchen auf und legten Hand an beim Befüllen zweier Fässer, die in 10 Jahren abgefüllt werden sollen. Der Verkaufserlös dieses Whiskys wird dann wohltätigen Zwecken zukommen.

Brennereiführungen während des Speyside Festivals

Ballindalloch zählt eher zu den kleinen Brennereien Schottlands. Rund 75.000 Liter soll sie jährlich laut einem Artikel in thedrinksreport produzieren. „Micro-Distillery“ wird sie dort genannt und wer sich die neuen Pot Stills einmal aus der Nähe anschauen möchte, hat dazu beispielsweise während des Spirit-of-Speyside-Festivals vom 30. April – 5. Mai 2015 die Möglichkeit dazu. Eine Teilnahme an Führungen ist aber nur nach Anmeldung möglich. Infos dazu findet ihr hier.

Whisky brennen in Handarbeit mit eigenem Getreide

Die Ballindalloch Distillery befindet sich auf dem Anwesen und im Besitz der MacPherson-Grant Familie in der Nähe des beeindruckenden Ballindalloch Castle. Guy MacPherson-Grant legt Wert auf eine regionale Bindung und ist stolz darauf, das Getreide von den eigenen Feldern zu benutzen und die Rückstände der Whiskyherstellung den Kühen auf seinen Weiden zu verfüttern. Nicht weniger stolz ist er auf den Mann, den er für die Entwicklung seines Whiskys als Master Distiller gewinnen konnte: Charlie Smith. „Ours is a whisky crafted by skill and experience, not by computers”, betont MacPherson-Grant.

Es ist überall zu lesen, dass der Single Malt von Ballindalloch erst in 10 Jahren abgefüllt warden wird. Schauen wir mal, ob sie ihn nicht doch vielleicht vorher bereits durch Work in Progress Abfüllungen vorstellen werden.

Einen ausführlichen Bericht über Ballindalloch findet ihr hier bei thedrinksreport.

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Loch Gorm von Kilchoman erscheint als drittes Release

Loch GormWährend gerade einige schottische Brennereien bei Whiskyfreunden an Ansehen einzubüßen scheinen, da sie mit neu erscheinenden Abfüllungen zwar die Preise erhöhen, aber nicht unbedingt die Qualität, steigt der Stern von Kilchoman stetig: Von Abfüllung zu Abfüllung verdienen sich die Whiskys der jüngsten Brennerei auf Islay mehr und mehr Respekt. Der Whisky Machir Bay wird regelmäßig mit namhaften Auszeichnungen belegt und in Fachkreisen und Whiskyforen gelobt und auch die zweite Range von Kilchoman, der Loch Gorm, steht dem Machir Bay qualitativ in nichts nach.

Vor zwei Jahren hatten wir von dem Start dieser neuen Loch Gorm Reihe hier berichtet. Im Gegensatz zum Machir Bay lagern die Whiskys für diese Abfüllungen ausschließlich in Sherryfässern. Von Release zu Release werden die enthaltenen Whiskys ein wenig älter, die diesjährige Ausgabe besteht aus den Jahrgängen 2009 und 2010. Frische Oloroso Sherry Butts und Hogsheads sind es, die dem Whisky in dieser Zeit laut Pressemitteilung des Importeurs, Alba Imports, ein Zuhause gaben. Es ist also ganz stark anzunehmen, dass der Loch Gorm dem gerade geschmacklich äußerst angesagten Trend nach ausgeprägten Sherrywhiskys ausreichend Futter gibt.

Sehr üppig und aromenreich sei der Loch Gorm, ist es denn auch in der Pressemitteilung zu lesen, die folgende offizielle Tastingnotes verrät:

  • Colour: deep and rich
  • Nose: soft, spicy and rich with light smoke, darke chocolate and citrus fruit
  • Palate: soft fruits and peat smoke with a rich sweet finish
  • Finish: long and sweet, lingering smoke, well balanced

Auch das diesjährige Release des Loch Gorm ist wieder streng limitiert. Der Whisky kommt mit einer Stärke von 46 % Vol. auf den Markt und ist weder kältefiltriert noch gefärbt.
Wer nicht so sehr auf Sherry-Whiskys steht, der kann sich ja schon einmal auf den Machir Bay 2015 freuen, der ebenfalls in Kürze zu erwarten ist, oder auf die 5. Ausgabe des Kilchoman 100% Islay.

Bild: Kilchoman / Alba Import

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