Talisker 10 Jahre. Der Außergewöhnliche aus Meernähe, der nach mehr verlangt

Unmittelbar vor der schottischen Westküste befindet sich die Insel Skye, eine der größten Inseln der Inneren Hebriden. Hier, direkt am Atlantik, liegt die Heimat der Talisker Brennerei. Diese schon 1831 gegründete Destillerie durchlebte eine wechselvolle Geschichte, doch der Ruf der Erzeugnisse wurde dadurch nie ramponiert. Im Gegenteil, der berühmte schottische Schriftsteller des viktorianischem Zeitalters Robert L. Stevenson nannte den Talisker in einem Gedicht kühn „den König der Getränke“.

Vollständige Zerstörung keine Hinderungsgrund weiterzumachen

Um den Warentransport zu sichern, wurde die Brennerei im Jahr 1900 um einen Pier erweitert. Doch das Schicksal schlug unbarmherzig zu, als diese Wiege der Köstlichkeit 1960 fast vollständig zerstört wurde, was die Eigentümer nicht daran hinderte diese 1962 unter Beibehaltung des ursprünglichen Stils originalgetreu aufzubauen.

Nach derart viel Historie sollte zur Tat geschritten werden. Hält der Talisker 10 Jahre was die Geschichte der Brennerei und die maritime Lage erahnen lassen?

Der Whisky kommt in einer schönen blauen Umverpackung, die schon sehr edel aussieht. Ein Blick auf das Etikett verrät einen hohen Alkoholgehalt, mit etwas mehr als 45 % ist dieser Single Malt sicherlich kein Leichtgewicht. Dies bestätigt sich auch beim ersten erwartungsvollen Erriechen des Glasinhalts. Ein torfiger, leicht erdiger, angenehm komplexer und keinesfalls penetranter Geruch entströt dem Glas. Auch der Hauch von Meerwasser und Algen, gepaart mit einem Hauch von Zitrone lässt sich erahnen. Der erste Schluck bestätigt die Erwartung, denn er fällt würzig, pfeffrig und gehaltvoll aus. Eine angenehme Süße, die einhergeht mit der Wuchtigkeit und einem unverkennbaren Volumen leitet einen angenehmen aber zugleich dominanten Abgang ein. Die verschiedenen Aromen und Geschmäcker, die diesen außergewöhnlichen Whisky ausmachen, sind noch lange zu schmecken und zu spüren. Jeder weitere Schluck unterstützt und bekräftigt den ersten Eindruck, wobei die Pfeffrigkeit des Talisker 10 Jahre angenehm unterstützend und keinesfalls geschmacksschädlich empfunden wird. Dieses Aroma reiht sich harmonisch in die Gesamtkomposition ein.

Insgesamt ist der Talisker 10 Jahre ein außergewöhnlicher Single Malt, der zwar nicht unbedingt für Anfänger geeignet ist, sehr wohl die Sinne öffnet und Lust auf mehr macht.

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3 Antworten auf Talisker 10 Jahre. Der Außergewöhnliche aus Meernähe, der nach mehr verlangt

  1. kallaskander sagt:

    Hi there,

    Talisker – made by the sea… matured in Glasgow.

    Man muß sich fragen ob das Leitungswasser von Glasgow maritime Noten enthält. Der Talisker ist keine 24 Stunden alt, da befindet er sich schon im Tanklastzug auf dem Weg über die Brücke der Isle of Skye nach Glasgow wo er mit Leitungswasser reduziert und mit 63.5% erst in casks zur Reifung gefüllt wird.
    Ja, wir sprechen von den Zentrallagern von Diageo im Glasgower whisky belt.
    Die Werbung lügt dabei nicht einmal, der Talisker wird am Meer gemacht… das ist aber auch alles was Skye ihm mitgeben kann.

    Erstaunlich, daß sich in ihm immer wieder maritime Noten finden lassen. Von der Destillation alleine kann er die nicht haben.
    Aber bei einer Destillerie die nach Angaben der für Diageo tätigen Werbeagenturen „nördlicher als Alaska“ liegt ist eben wohl vieles möglich.

    Greetings
    kallaskander

  2. Johannes Winter sagt:

    Ja, ist ein lecker Whisky. Ich mag ihn auch!!! Stimmt, diesen Pfeffer merke ich auch jedesmal. Der Hauch von Meer und Salz…na ja das liest man immer wieder. Bin da aber skeptisch, woher sollte der kommen? Talisker wird nicht auf Skye gelagert sondern auf dem Mainland soviel ich weiß.

  3. Pingback: Diageo beginnt das Jahr stürmisch: Talisker Storm und Talisker Port Ruighe angekündigt | whisky-inside.de

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